BARF für Hunde & Katzen: Artgerechte Ernährung verstehen – Mehr als nur rohes Fleisch

In der Welt der Tierernährung stößt man dabei unweigerlich auf den Begriff BARF. Doch was verbirgt sich wirklich dahinter? Ist es einfach nur „rohes Fleisch in den Napf werfen“ oder steckt ein tieferes System dahinter?

In diesem Grundlagen-Artikel klären wir, was BARF eigentlich ist und warum ein Plan dabei den entscheidenden Unterschied macht.

Was ist BARF eigentlich?

Der Begriff BARF stand ursprünglich für „Born-Again Raw Feeders“, wird heute aber meist als Akronym für „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ (oder im Englischen: Bones and Raw Food) verwendet. Geprägt hat den Begriff im deutschsprachigen Raum Swanie Simon. Das BARFen nach Swanie Simon ist ein gängiges Prinzip, da es sich an praktischen Richtwerten orientiert.

Das Ziel von BARF ist es, die natürliche Ernährung eines wildlebenden Fleischfressers (Carnivoren) so nah wie möglich zu imitieren. Dabei orientieren wir uns am sogenannten Beutetier-Prinzip. Eine BARF-Ration besteht daher nicht nur aus Muskelfleisch, sondern aus einer exakt abgestimmten Mischung aus:

  • Muskelfleisch (als Energielieferant)
  • Pansen und Blättermagen
  • Innereien (als Vitamin- und Mineralstoffquelle – Vorsicht: Nicht jede Innerei ist geeignet)
  • Rohen fleischigen Knochen (für Kalzium und Phosphat)
  • Sowie einem pflanzlichen Anteil (Gemüse/Obst), zur Ergänzung um Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
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Achtung: Rohfütterung ist nicht automatisch BARF!

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass jede Form von Rohfütterung automatisch BARF ist. Das stimmt so nicht.

BARF folgt einem klaren Prinzip und festen Prozentsätzen, um sicherzustellen, dass das Tier alle notwendigen Nährstoffe erhält. Wer einfach nur Fleisch (z. B. Hühnerbrust) füttert, ohne die Anteile von Innereien, Knochen und Zusätzen zu beachten, betreibt zwar Rohfütterung, riskiert aber langfristig gefährliche Mangelerscheinungen. BARF ist also ein System, keine bloße Zutat.

Bei der BARF-Ernährung für gesunde Tiere spielen Innereien eine wichtige Rolle, da sie wertvolle Vitamine und Spurenelemente liefern – gleichzeitig ist hier jedoch besondere Sorgfalt gefragt. Denn nicht jede Innerei ist automatisch geeignet, und die Zusammensetzung unterliegt klaren Vorgaben: So sollte beispielsweise die Leber etwa 33 % des gesamten Innereienanteils ausmachen, da sie eine zentrale Quelle für Vitamin A ist, während andere Innereien wie Herz (ja, es ist streng genommen ein Muskel), Niere, Milz und Lunge in angepassten Mengen ergänzt werden.

Wichtig ist auch die klare Abgrenzung zu ungeeigneten Bestandteilen: Schlundfleisch sowie Gewebe mit Schilddrüsenanteilen gehören nicht in ein durchdachtes BARF-Konzept. Immer wieder wird behauptet, BARF könne den Hormonhaushalt beeinflussen – tatsächlich entsteht dieses Risiko nur dann, wenn Schilddrüsengewebe mitgefüttert wird. In einer korrekt zusammengestellten BARF-Ration ist dies jedoch ausgeschlossen. Werden dennoch Schlundfleisch oder Schilddrüsenanteile verfüttert, handelt es sich nicht mehr um eine systematische BARF-Fütterung, sondern eher um unspezifische Rohfütterung ohne ernährungsphysiologische Kontrolle.


Die Unterschiede: BARF vs. Prey Model Raw

Wenn du dich tiefer mit der Rohfütterung beschäftigst, wirst du auf verschiedene Modelle stoßen. Es ist wichtig, diese zu differenzieren, um den richtigen Weg für dein Tier zu finden:

1. Das BARF-Modell

Wie oben beschrieben, ergänzt man hier das Beutetier-Konzept meist durch einen kleinen Anteil an pflanzlichen Komponenten aus Gemüse und Obst (ca. 20 %) sowie gezielten Zusätzen wie Öle oder Seealgenmehl, um Nährstofflücken im heutigen „Zuchtfleisch“ auszugleichen.

2. Prey Model Raw (PMR)

Dieses Modell verzichtet fast komplett auf pflanzliche Zusätze. Man unterscheidet hier zwei Ansätze:

  • Whole Prey: Hier werden ganze Tiere verfüttert (z. B. ganze Wachteln, Kaninchen oder Mäuse) – inklusive Fell, Federn und Kopf. Es ist die puristischste Form der Fütterung.
  • Franken-Prey: Da ganze Beutetiere schwer zu beschaffen sind, setzt man hier das Beutetier aus Einzelteilen verschiedener Tiere zusammen (daher der Name „Frankenstein“), verzichtet aber dennoch meist auf Gemüse und Obst.

Warum BARF? Die Vorteile einer artgerechten Ernährung

Warum entscheiden sich immer mehr Hunde- und Katzenhalter gegen industrielles Fertigfutter und für BARF? Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Transparenz: Du weißt ganz genau, was im Napf landet. Keine versteckten Zucker, Füllstoffe oder künstlichen Aromen.
  • Glänzendes Fell & gesunde Haut: Die hochwertige Nährstoffversorgung zeigt sich oft schon nach kurzer Zeit im äußeren Erscheinungsbild.
  • Weniger Kotabsatz: Da das Futter biologisch hoch verfügbar ist, verwertet der Körper fast alles.
  • Zahngesundheit: Das Kauen auf rohen Fleischstücken und Knochen reinigt die Zähne auf natürliche Weise.
  • Individuell: Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse und angepasst an gesundheitliche Aspekte.

Fazit: Aller Anfang ist leicht – mit dem richtigen Plan

BARF ist kein Hexenwerk, aber es erfordert Verantwortung. Besonders bei Welpen, Senioren oder kranken Tieren ist eine fundierte Berechnung der Ration lebenswichtig. Es geht nicht darum, ein „Brimborium“ um das Futter zu machen, sondern darum, die Natur als Vorbild zu nehmen und sie mit modernem Wissen über Nährstoffbedarfe und Ernährungswissenschaft zu verknüpfen.

Du bist unsicher, wie du starten sollst?

Als Ernährungsberaterin erstelle ich dir einen individuellen BARF-Plan, der exakt auf die Bedürfnisse deines Hundes oder deiner Katze zugeschnitten ist – natürlich, gesund und sicher.

Möchtest du mehr über die natürliche Fütterung erfahren? Melde dich gerne bei mir für eine Erstberatung!

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